Gemeinsame Einsatzübung der Feuerwehren Tarmstedt, Ostertimke, Kirchtimke und Westertimke.
Tarmstedt (ab). Im Rahmen einer gemeinsamen Übung der Ortsfeuerwehren Tarmstedt, Ostertimke, Kirchtimke und Westertimke wurde am 01.06.2026 ein Brandszenario im Bereich der Grundschule in Tarmstedt durchgespielt. Als Übungsannahme galt: Durch einen technischen Defekt in einem Durchlauferhitzer auf einer Toilette war ein Feuer entstanden, das sich auf angrenzende Bereiche des Gebäudes ausbreitete und dabei erhebliche Verrauchung verursachte.
Der Einsatzleiter fuhr mit dem Einsatzleitwagen (ELW) und der Besatzung des Tanklöschfahrzeugs (TLF) zunächst zum Haupteingang der Grundschule. Vom angrenzenden Innenhof aus war zwar eine Brandentwicklung sichtbar, das Gebäude konnte jedoch nicht weiter erkundet werden. Der Grund: Die neue Mensa der Grundschule befindet sich derzeit im Bau, und die Baustelle belegt genau jenen Bereich, der früher als Aufstellfläche für die Feuerwehr diente und einen direkten Zugang zur Gebäuderückseite ermöglichte. Das TLF verblieb daher an der Vorderseite (Hauptstraße) und baute dort eine Wasserversorgung sowie eine Riegelstellung auf dem Schulhof auf. Das bedeutet: Von dieser Position aus hielt die Besatzung die noch nicht betroffenen Gebäudeabschnitte durch gezielte Kühlung in Schach, um zu verhindern, dass sich das Feuer weiter in Richtung Vorderseite ausbreiten konnte.
Während dessen erreichten nach Anweisung des Einsatzleiters nacheinander das Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) aus Tarmstedt sowie die TSF-W der Wehren aus Westertimke, Kirchtimke und Ostertimke die Rückseite des Gebäudes (Schulhof Oberstufe) über die Schulstraße. Bereits die Einfahrt dorthin erwies sich als ernstes Nadelöhr: Die engen Zufahrten stellten die Fahrzeugführer vor erhöhte Anforderungen, ließen sich aber auf Kosten wertvoller Zeit, rangieren und durch konzentriertes Einweisen passieren.
Als die Einsatzkräfte die Gebäuderückseite erreichten, wurden sie mit der unmittelbaren Lage konfrontiert: Im Obergeschoss befanden sich Kinder samt Lehrkraft, die den verrauchten Flur nicht mehr eigenständig verlassen konnten. Der Gruppenführer des HLF wies seine Mannschaft an, diese Personen als erstes zu retten. Über die Steckleiter wurden insgesamt fünf Personen in Sicherheit gebracht; vier Kinder sowie ein Betreuer. Im Aula-Bereich mussten sich die Trupps anschließend Zugang verschaffen, bevor sie ins Innere vordringen konnten. Dort hatten sich bereits deutliche Brandzeichen entwickelt, deren Ursprung im hinteren Bereich des angrenzenden Hortes lag.
Der erste Trupp sicherte den Bereich zunächst ab, bevor er mit Wasser am Strahlrohr den Innenangriff aufnahm. Der Brand auf der Toilette, ausgelöst durch einen defekten Durchlauferhitzer, wurde so unter Kontrolle gebracht. Dieser war auch die Ursache für die Brandspuren an der Außenfassade des Gebäudes (Innenhof Hauptstraße). Parallel zur Brandbekämpfung lief die Personensuche in den übrigen Gebäudeteilen weiter. In der Herrentoilette neben der Brandentstehungsstelle wurden drei Kinder angetroffen, die sich wegen des Rauchs selbst eingeschlossen hatten und gerettet werden mussten. In einem benachbarten WC-Bereich wurde zudem eine weitere Person gerettet.
In den hinteren Räumen des Hortbereichs stellte sich die Lage zunehmend ernst dar. In einem kleineren Gruppenraum lag ein Betreuer, der das Geschehen verschlafen hatte und erst durch die eintreffenden Einsatzkräfte auf die Situation aufmerksam wurde. Im großen Gruppenraum, der direkt an die Außenseite grenzte, war der Rauch bereits so weit eingezogen, dass sich zwei Personen, ein Betreuer und ein Kind, in bewusstlosem Zustand befanden und sofort versorgt werden mussten.
Auf dem Außengelände hatte sich unterdessen eine weitere Lage ergeben: Eine Person befand sich in einem Klettergerüst und konnte sich wegen einer Beinverletzung nicht mehr selbst befreien. Die Kräfte aus Ostertimke übernahmen diese Rettung und nutzten dafür unter anderem Material des HLF, um die Person sicher vom Gerüst zu befreien.
Die Kräfte aus Westertimke und Kirchtimke unterstützten im weiteren Verlauf sowohl bei der Brandbekämpfung als auch bei der Personensuche. Zur besseren Führung der Gesamtlage wurde mehrere
Einsatzabschnittsleiter eingesetzt, die dem Einsatzleiter als Bindeglied zwischen den Gruppenführern der Fahrzeuge unterstanden und die koordinierte Abarbeitung der verschiedenen Einsatzabschnitte (Schulhof Hauptstraße sowie Oberstufe) sicherstellten. Die Wasserversorgung erfolgte über einen Hydranten am Kindergarten, der rückseitig zur Verfügung stand.
Ein besonderer Dank gilt den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr sowie allen weiteren Freiwilligen, die sich als Statisten zur Verfügung gestellt haben. Ohne ihren Einsatz wäre eine so realistische und vielschichtige Übung nicht möglich gewesen.
Fazit
Die Übung bot ein breites Spektrum an realistischen Herausforderungen: veränderte Zugangsbedingungen durch die laufende Baumaßnahme, mehrere gleichzeitig zu rettende Personen auf verschiedenen Ebenen und ein sich ausbreitender Brand mit starker Verrauchung. Die beteiligten Wehren arbeiteten sehr gut zusammen und meisterten die gestellten Aufgaben. Solche gemeinsamen Übungen sind ein wichtiger Baustein, um im echten Einsatz reibungslos als Einheit agieren zu können.

